Der Aktivitätenplan für den Kindergarten
Die ersten Jahre, die das Kind in der Grundschule verbringt, sind entscheidend für seine zukünftige Entwicklung, weil es in eine ihm unbekannte und differenzierte Welt eintritt. Zudem muss es lernen, sich in eine Gruppe zu integrieren und neue, organisierte und strukturierte Lernmethoden zu entdecken.
Der neue Aktivitätenplan für den Kindergarten entspricht den Empfehlungen des Dekretes vom 16. Dezember 2002 bezüglich der Entwicklungsziele und der Schlüsselkompetenzen in der Grundschule. In diesem Dekret hat der Rat der Deutschsprachigen Gemeinschaft Standards in Form von Entwicklungszielen für den Kindergarten verabschiedet. Der "Aktivitätenplan für den Kindergarten" setzt diese Entwicklungsziele um und gibt gleichzeitig klare und präzise Orientierungshilfen.
Der Aktivitätenplan, der seit dem 1. September 2004 in Kraft ist, wurde durch eine Arbeitsgruppe erstellt. Sie hat bei der Ausarbeitung die Zielvorgaben berücksichtigt und sich auf zahlreiche wissenschaftliche und praktische Texte aus dem In- und Ausland gestützt. Dieser Aktivitätenplan wurde allen Lehrkräften in den Kindergärten der Gemeinden und der Gemeinschaft zur Begutachtung unterbreitet sowie der Pädagogischen Hochschule der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Stellungnahme vorgelegt. Die Rückmeldungen finden sich zum Teil in der vorliegenden Endfassung wieder und tragen somit zur Anerkennung des Aktivitätenplans bei.
In Anlehnung an die Entwicklungsziele wurde auch für den Aktivitätenplan eine Einteilung nach Fachgebieten gewählt, die außerdem eine vertikale Orientierung zur Primarschule hin ermöglicht.
Folgende Fachgebiete sind definiert worden:
- Muttersprache
- Fremdsprachliche Aktivitäten
- Psychomotorik
- Weltorientierung
- Musische Bildung
- Entwicklung des mathematischen Denkens
Jedes Fachgebiet wird in vier Teilen behandelt:
Formulierung der Aufgaben und Ziele
Handlungsbereiche und Anregungen
Dieser Teil beschreibt die verschiedenen Unterrichtsinhalte.
Die tabellarische Übersicht zu Beginn jedes Kapitels stellt den eigentlichen Aktivitätenplan dar. Sie bildet somit den verbindlichen Inhalt, der vermittelt werden muss, um den vorgeschriebenen Entwicklungszielen gerecht zu werden.
Die jeweils bearbeiteten Entwicklungsziele sind in Klammern angeführt; die Nummerierung entspricht derjenigen in Teil vier.
Diese Inhalte sind mit Beispielen versehen, die nur der Illustration dienen, um den vorgesehenen Inhalt zu "er-klären".
Projekt- und situationsorientiertes Lernen
In dem Bewusstsein, dass die Einteilung des Aktivitätenplans in Fachgebiete nicht der Kindergartenwirklichkeit entspricht, ist ein dritter Teil vorgesehen worden, der Beispiele für ein projektorientiertes Lernen beschreibt und somit der fachübergreifenden und überfachlichen Logik des Lernens im Kindergarten entspricht.
Entwicklungsziele und Beispiele
Der vierte und letzte Teil umfasst die Entwicklungsziele, die im Kindergarten bearbeitet werden und die Grundlage für die formative Evaluation bilden; sie werden durch Beispiele erhellt.
Die Entwicklungsziele sind mit den im zweiten Teil dargestellten Inhalten verknüpft, um die notwendige Verbindung zwischen den Entwicklungszielen und den Aktivitäten zu gewährleisten.
Von einer Einteilung nach themenzentrierten Aktivitäten wurde abgesehen, um ein ständiges Wiederholen der Entwicklungsziele bei den verschiedenen Aktivitäten zu vermeiden.
Eine Einteilung nach Entwicklungsbereichen (motorisch, kognitiv, sozial usw.) wäre ebenfalls möglich gewesen. Da jedoch bei einem Entwicklungsziel verschiedene Bereiche betroffen sind, würde die Eindeutigkeit der Zuordnung zwischen Entwicklungszielen und Aktivitäten erschwert.
Es versteht sich von selbst, dass im Unterrichtsalltag die Aktivitäten nicht in unterschiedliche Fachgebiete gegliedert werden. Die Unterrichtsinhalte werden in fachübergreifenden Lernsituationen eingebettet und bearbeitet. Der Unterricht ist folglich in die pädagogische Situation sowie deren Auswertung integriert.