DELF
Die vom Institut Supérieur des Langues Vivantes (ISLV) durchgeführte DELF-Untersuchung wurde im Frühjahr 2007 während der Ausarbeitung der Rahmenpläne für die Primarschulen und die erste Stufe der Sekundarschulen durchgeführt. Die in den Rahmenplänen definierten Kompetenzen entsprechen den Kompetenzen, die im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS) beschrieben werden. Daher musste genau bestimmt werden, welches Kompetenzniveau die Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrer schulischen Laufbahn erreichen können. Zum einen konnten durch die Untersuchung die von den Schülern tatsächlich erworbenen Kompetenzen ermittelt werden, zum anderen dienen die Ergebnisse als Grundlage für die Bestimmung der verschiedenen Kompetenzstufen, die die Schüler erreichen sollten.
Die Studie wurde in sechs Primar- und neun Sekundarschulen durchgeführt. Sie erfasste den Lernstand der Schüler in verschiedenen Unterrichtsformen im fünften Primarschuljahr sowie im zweiten und sechsten Sekundarschuljahr.
Der international anerkannte Test, der dabei zum Einsatz kam, ist am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS) ausgerichtet. Das DELF (diplôme d’études en langue française) und das DALF (diplôme approfondi de langue française) werden vom Centre international d’études pédagogiques ausgearbeitet und vom französischen Bildungsministerium ausgestellt. Weltweit gibt es 900 anerkannte Prüfungszentren in 154 Ländern. Die DELF- und DALF-Zertifizierung berücksichtigt neben dem GERS (www.coe.int) auch internationale Richtlinien für die Prüfungskonzeption (www.alte.org). Die beiden Diplome bestehen aus sechs unabhängigen Einheiten, die den sechs Niveaus des GERS entsprechen. Die Prüfungen, die zum DELF führen, existieren auch in einer eigens für Jugendliche konzipierten Ausführung.
| GERS |
DELF-DALF |
Nutzer |
|
A1 |
DELF A1 |
Anfänger |
|
A2 |
DELF A2 |
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B1 |
DELF B1 |
Fortgeschrittene |
|
B2 |
DELF B2 |
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C1 |
DALF C1 |
Geübte |
|
C2 |
DALF C2 |
Auf jedem Niveau werden die folgenden vier Kompetenzen untersucht:
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mündlich |
schriftlich |
|
Verständnis |
Hörverständnis |
Leseverständnis |
|
Ausdruck |
Mündlicher Ausdruck |
Schriftlicher Ausdruck |
DELF-Studie in der DG (2007)
Insgesamt wurden 230 Schüler geprüft:
- 57 Schüler (6%) im fünften Primarschuljahr,
- 67 Schüler (8%) im zweiten Sekundarschuljahr,
- 103 Schüler im sechsten Sekundarschuljahr, davon 34 (4%) im allgemeinbildenden Unterricht, 29 (19%) im technischen Unterricht und 40 (27%) im berufsbildenden Unterricht.
Es ist davon auszugehen, dass den geprüften Schülern des fünften Primarschuljahrs seit dem Anfang ihrer schulischen Laufbahn im Fach Französisch mindestens 400 Unterrichtsstunden erteilt wurden.
Im Verhältnis zur durchschnittlichen Stundenanzahl, die notwendig ist, um ein Niveau zu erreichen, situiert sich das Niveau
- A1 zwischen 60 und 90 Stunden
- A2 zwischen 160 und 200 Stunden
- B1 zwischen 310 und 400 Stunden
- B2 um die 600 Stunden
Bei diesem Vergleich muss selbstverständlich der Unterschied zwischen intensivem und extensivem (Schule) Unterricht berücksichtigt werden.
Schlussfolgerung (Erhebungen 2007)
Im Allgemeinen ist die Leistung der Schüler des fünften Primarschuljahres im Fach Französisch relativ zur Anzahl Unterrichtsstunden unzureichend. Es besteht zudem ein deutliches Leistungsgefälle zwischen dem Norden und dem Süden.
Die in der Primarschule beobachteten Leistungsunterschiede nehmen ab und sind im letzten Jahr des Sekundarschulunterrichts fast vollständig verschwunden.
Die Ergebnisse fallen im sechsten Sekundarschuljahr ziemlich gut aus:
- Durchschnittlich erreichen 62% der Schüler das Niveau B1 und 58% das Niveau B2.
- Die Ergebnisse sind homogen- mit einer Ausnahme: dem Hörverständnis auf dem Niveau B2.
Dabei sollte nicht vergessen werden, dass das Niveau eines Abiturienten in der ersten Fremdsprache in Europa im Allgemeinen und in der Praxis dem B2-Niveau entspricht. Die Studie zeigt, dass die geprüften Schüler der DG am Ende ihrer schulischen Laufbahn diesem Anspruch mehrheitlich gerecht werden.
Allerdings besteht eine Kluft zwischen den zurzeit wissenschaftlich empfohlenen Methoden des Sprachunterrichts, die auf Kommunikation und Partizipation beruhen, und den vorliegenden Resultaten, die im Allgemeinen und vor allem in der Primarschule in den schriftlichen, passiven Kompetenzen deutlich besser ausfallen.
Daher sollten verstärkt mündliche Tätigkeiten in französischer Sprache praktiziert werden. In diesem Zusammenhang wäre es sinnvoll, die Nähe zur Französischen Gemeinschaft dazu zu nutzen, sogenannte Sprachbäder zu organisieren.