Interne und externe Evaluation von Schulen in der DG
Im Grundlagendekret vom 31. August 1998 sind in Kapitel VII die interne und die externe Evaluation der Schulen als wesentliche Elemente zur Entwicklung von Unterrichts- und Schulqualität beschrieben.
In Ländern, die in den vergangenen Jahren bei internationalen schulischen Vergleichsuntersuchungen - wie beispielsweise PISA und IGLU - hervorragende Ergebnisse erzielten, wurden die interne und die externe Evaluation zu wichtigen Instrumenten der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht.
Nach einer zweijährigen Erprobungsphase, in der sechs Primar- und drei Sekundarschulen auf freiwilliger Basis extern evaluiert wurden, wird seit Januar 2009 in der DG die externe Evaluation für alle Regel- und Förderschulen flächendeckend eingesetzt. Zeitgleich haben viele Grund- und Sekundarschulen mit dem Prozess der internen Evaluation begonnen.
1. Die interne Evaluation
Bei der internen Evaluation evaluieren die Schulen die eigene Arbeit und - auf der Grundlage konkreter Bestandsaufnahmen und Daten - ihre Maßnahmen zur Verbesserung der Schule und des Unterrichts. Fragen, die für die Schulen dabei im Mittelpunkt stehen, sind häufig:
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Wie gut ist eigentlich unsere Schule?
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Welche besonderen Stärken zeichnen unsere Schule aus?
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Gibt es Bereiche an unserer Schule, die wir unbedingt verbessern sollten? Welche?
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Wie können gemeinsam Lösungsansätze gefunden und erfolgreich umgesetzt
werden?
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Haben alle an unserer Schule Beteiligten (Kollegium, nicht lehrendes Personal,
Schüler, Eltern usw.) eher ähnliche oder eher unterschiedliche Sichtweisen?
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Welche Schlüsse ziehen wir daraus?
SEIS - Selbstevaluation in Schulen
Die Evaluation ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung und -steigerung von Schule und Unterricht. Komplementär zur externen Evaluation ist jede Schule verpflichtet, im Dreijahresrhythmus eine interne Evaluation – entweder auf Gesamtschulebene oder in einem von der Schulgemeinschaft festgelegten Bereich – durchzuführen.
Während die externe Evaluation von der an der Autonomen Hochschule angesiedelten Abteilung für externe Evaluation durchgeführt wird, bedarf es angepasster Instrumente für die Durchführung einer internen Evaluation.
Da die Deutschsprachige Gemeinschaft offizielles und gleichberechtigtes Mitglied im Länderkonsortium SEIS Deutschland ist, kann allen interessierten Schulen dieses Instrument kostengünstig zur Verfügung gestellt werden.
SEIS (Selbstevaluation in Schulen) ist ein standardisiertes, wissenschaftlich überprüftes Evaluationsinstrument, das auf Fragebögen basiert und Schulen als Ganzes erfasst. Befragt werden Schüler, Eltern, Ausbilder, Lehrer und Mitarbeiter. Mit relativ geringem Arbeits-, Zeit- und Kostenaufwand lassen sich Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten einer Schule datengestützt ermitteln. Es lassen sich „Good Practice“-Ansätze entdecken, die in der Regel erst durch Daten identifizierbar sind.
Die Fragebögen werden mit Hilfe einer internetgestützten Software vollautomatisch ausgewertet. Die Ergebnisse einer Umfrage werden in einem Schulbericht dargestellt, der für die Schulen Ausgangspunkt für die weitere schulische Entwicklung ist. Die Datenerhebung und die sich aus dem Bericht ergebenden Handlungsoptionen liegen ausschließlich in der Eigenverantwortung der jeweiligen Schule.
Am 14. Oktober 2009 wurde SEIS im Ministerium der DG vorgestellt. Die Präsentationen dieser Veranstaltung stellen wir Ihnen unten als Downloads zur Verfügung.
Schulen, die in der nächsten Zeit eine SEIS-Befragung durchführen möchten, bitten wir mit einem der drei SEIS-Koordinatoren Kontakt aufzunehmen:
2. Die externe Evaluation
Die Aufgabe der externen Evaluation besteht in der systemischen Analyse von Rahmenbedingungen, Unterrichts- und Arbeitsprozessen und -ergebnissen aller Regel- und Förderschulen …
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... in festgelegten zeitlichen Abständen;
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... anhand ausgewiesener Qualitätsbereiche und -aspekte;
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... durch das Evaluationsteam außerhalb der Schule.
Ziel der externen Evaluation ist
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die Stimulation von Schul- und Unterrichtsentwicklung durch eine datengestützte Erhebung der aktuellen schulischen Arbeit;
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die Herstellung von Vergleichbarkeit anhand ausgewiesener Qualitätsstandards;
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die Erleichterung der Rechenschaftslegung der selbstständiger werdenden Schule;
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die Schaffung einer Datengrundlage für das Bildungsmonitoring in der DG.
Bei der Durchführung der externen Evaluation werden folgende Instrumente eingesetzt:
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Schulportfolio mit Dokumentenübersicht
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Leitfaden für den Schulrundgang
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Interviewleitfäden/Fragebögen
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Unterrichtsbeobachtungsbogen
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Zusammenfassende Bewertung - Qualitätsprofil
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Kurzprofil für den Evaluationsbericht
Das Schulportfolio ist eine Daten- und Dokumentensammlung, die die Schulen dem Evaluationsteam circa 6 Wochen vor der Schulphase zur Verfügung stellen müssen. Das Schulportfolio bildet die Grundlage für die erste vorläufige Orientierung des Evaluationsteams.
Der Leitfaden für den Schulrundgang gibt dem Evaluationsteam Gelegenheit, sich über den baulichen Zustand des Schulgebäudes und Schulgeländes zu informieren sowie über die sächliche Ausstattung der Schule. Das Evaluationsteam lädt den Schulträger zum Schulrundgang ein.
Die Interviewleitfäden und Fragebögen für schriftliche Befragungen sind für das Evaluationsteam die inhaltliche Grundlage für die Gespräche bzw. Erhebungen mit Schulleitung, Schulträger, Lehrpersonen, Eltern, Schülern, dualen Partnern sowie gegebenenfalls mit anderen an der Schule Beteiligten.
Der Unterrichtsbeobachtungsbogen berücksichtigt die in der empirischen Unterrichtsforschung nachgewiesenen Merkmale von gutem Unterricht und gibt Aufschluss über die Unterrichtsqualität.
Der Unterrichtsbeobachtungsbogen nach Hilbert Meyer verdeutlicht die inhaltliche Verknüpfung des Beobachtungsbogens zu seinen zehn
Gütekriterien von gutem Unterricht.
Der Unterrichtsbeobachtungsbogen wird kontinuierlich wissenschaftlich überprüft und gegebenenfalls überarbeitet.
Die zusammenfassende Bewertung führt die in der externen Evaluation erhobenen Daten
und Informationen in einem Evaluationsbericht zusammen.
Kolloquium
Am 6. Februar 2009 fand im Europasaal des Ministeriums der DG in Eupen ein ganztägiges Kolloquium zum Thema "Beitrag der externen und der internen Evaluation zur Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht" statt.
Am Ende der zweijährigen Pilotphase und vor Beginn der flächendeckenden Einführung der externen Evaluation in allen Schulen der DG bot dieses Kolloquium die Möglichkeit, sowohl einen kritischen Rückblick auf die gesammelten Erfahrungen zu halten als auch die Chancen, die diese Evaluationsinstrumente für die Entwicklung der eigenverantwortlichen Schule bieten, hervorzuheben.